Tag 25: 23.08.2017 Land in Sicht!
Position: Breite: 50° 6´ Nord, Länge: 5° 3‘ West
Wetter: 16° C, bewölkt mit Wolkenlücken
Zurück gelegte Seemeilen: 2961
Um 04:37 h Bordzeit haben wir die Ziellinie bei Eddystone unter Segeln überquert. Wir sind endlich da! Mit einem lauten Signal freuen wir uns darüber, denn die letzten Stunden davor waren noch recht aufregend.
Fischerboote und Fähren kreuzten unseren Kurs und so mussten die Ausgucker besonders aufmerksam sein. Zumal wir aufgrund des lau wehenden Lüftchens kaum Fahrt gemacht haben. Deshalb kam auch kurz nach Zieleinlauf die Stunde unserer Maschinisten.
Nach drei Wochen Stillstand wurden die Maschinen angeworfen und wir sind unter Motor zu unserem Ankerplatz in die Bay of Falmouth gefahren. Seit 08:00 h Bordzeit ankern wir dort. Wir sehen nach drei Wochen wieder Land und nehmen mit Erstaunen den Geruch von Gras wahr. Mit der Sicht auf Land haben viele von uns auch wieder eine Netzverbindung, was die Geräuschkulisse an Bord beachtlich verändert. Es brummt, klingelt, surrt und musiziert in jeder Ecke des Schiffes.
Nach drei Wochen gibt es ja auch viel zu erzählen! Dazu eine persönliche Anmerkung: Vielen Dank für die Kommentare und Rückmeldungen! Es macht noch mehr Spaß für Euch zu schreiben, wenn man weiß, dass das Logbuch auch außerhalb der Crew gern gelesen wird! Während jetzt alle etwas entspannter sind, weil auch die (Anker-)Wachen nur noch aus 2 Personen bestehen, steht unsere Maschinistencrew unter Strom. Denn neben der bisherigen Kontrolle und Wartung der Generatoren für unsere Stromversorgung muss jetzt auch der Antriebsmotor überwacht werden.
Besonders der Verbrauch von ca. 50 Liter Diesel in der Stunde stellt eine Herausforderung dar, denn die Last im Schiff muss dadurch ständig kontrolliert und ausgeglichen werden. Denn diese beeinflusst auch die Lage unseres Schiffes. Deshalb sind unsere Maschinisten auch für die Verteilung des Trink- und Abwassers in unseren Tanks zuständig, damit sie eine Ausgleichmasse haben. Dafür haben sie im Schalttafelraum auch eine eigenständige Tafel mit entsprechender Übersicht über die Pumpen zur Verteilung der Flüssigkeiten.
In diesem Raum kommt man sich bei den angebotenen Führungen etwas wie auf einer Weltraumstation vor, weil die Wände zur Schallisolierung entsprechend weiß verkleidet sind. Denn die angrenzenden Räume mit den Generatoren, dem Motor und der Osmoseanlage gehören zu den lautesten Orten hier an Bord. Schallschutz für die Ohren ist da ein absolutes Muss. Ein ruhiges aber eher unbequemes Plätzchen ist da der Rohrtunnel.
Zu diesem haben die Maschinisten einen exklusiven Zugang, da dort ihre Versorgungsleitungen laufen. Werden die Luken dazu geöffnet, erhalten sie über einen Alarm sofort eine Meldung. Einbruch also zwecklos! Für unsere Anwärter gilt: Nicht vergessen – der Rohrtunnel ist die einzige wasserdichte Abteilung an Bord, die keinen Ausgang nach außen hat!
Annette

