Letzter Törnbericht
Datum: 29.082018
Mittagsposition: Ålesund
Das Wetter: bewölkt, immer mal ein bisschen Regen zwischendurch
Titel/Überschrift: Ende
Liebe Leute daheim,
heute ist der letzte Tag des Törns, morgen beginnt das Ausschiffen. Viele verlassen dann das Schiff, ein paar segeln aber auch noch weiter bis nach Edingburgh.
Damit der Crew-Wechsel reibungslos gelingt und auch die neue Mannschaft ihr Heim für die nächsten Tage beziehen kann, müssen alle mit anpacken und das Schiff auf Hochglanz polieren. In der Regel erfolgt dazu ein allgemeines Wecken. Je nach Geschmack und Zweck des Weckens wird durch einen Vertreter der 4-8-Wache Musik ausgewählt, die über ein Mikrofon in alle Kammern weitergetragen wird. Wir wurden heute mit Wagners Ritt der Walküre geweckt. Sanft geht anders, allerdings war die Musikauswahl im Nachhinein betrachtet wohl die richtige Wahl, denn das Captain’s Dinner hatte gerade erst vor wenigen Stunden seinen Ausklang gefunden; die letzten Beteiligten lagen also noch in sauer.
Irgendwann trudelten aber doch alle in die Messe, die Aussicht auf Frühstück war einfach zu verlockend. Toppsi Sebastian hat uns anschließend in mehr oder weniger kleine Arbeitsgruppen eingeteilt, die jeweils individuelle Putz-Aufträge erhielten. Hier macht sich die große Crew wieder einmal bezahlt, denn „viele Hände, schnelles Ende“ – das Rein-Schiff hat dadurch nicht sehr lang gedauert und dann ging es schon weiter in den Ålesunder Hafen, womit wir unser endgültiges Ziel erreicht haben.
Ein letztes Mal auf diesem Törn gehen wir, teils mit unseren Wachen, teils individuell, an Land, um die norwegische Kleinstadt zu erkunden. Ich erwähnte bereits gestern, dass die Umgebung hier offensichtlich stark vom Tourismus profitiert und das merkt man tatsächlich noch einmal viel intensiver, wenn man sich in der Stadt bewegt: Überall laufen Menschen mit Schlüsselbändern und Karten um den Hals oder in roten Jacken (Hurtigrouten!) von einer Sehenswürdigkeit zur anderen. Das Genießen der eigentlich sehr schönen Umgebung macht so nur halb so viel Spaß, die Stadt ist einfach voll.
Wir haben es jetzt 17.40 Uhr, vor einer Stunde bin ich mit einem Teil meiner Wache vom Landausflug wiedergekommen, nachher geht es aber noch zu einem letzten gemeinsamen Mahl ins Restaurant. Hier, im Büro der (Noch-)Verwalterin Silvia, geht es zu wie im Taubenschlag. Mitsegler holen ihre Meilenausweise ab und einige Mitglieder der neuen Stamm-Crew werden bereits eingewiesen. Da es für mich morgen recht früh losgeht und ich noch packen muss, ist es für nun Zeit, tschüss zu sagen.
Macht es gut, bis bald mal wieder!
Ein letztes Mal: Saskia für die Crew
PS: Noch ein persönliches Wort: Ich bedanke mich für das Lob, dass mir einige Leser von zuhause aus über ihre Lieben an Bord haben zukommen lassen 😊

