Tag 21: 19.08.2017 Tiere an Bord
Position: Breite: 49 ° 17‘ Nord, Länge: 14° 9‘ West
Wetter: 17° C, bewölkt mit Schauern
Zurück gelegte Seemeilen: 2433
Unsere Mitkonkurrenten hatten Wetterglück und haben gestern die Ziellinie überfahren. Doch auch wir haben Wind, Lage und machen gute Fahrt. Genauso haben wir uns den Atlantik vorgestellt. Zum Bedauern Einiger, aber nicht Aller, geht noch keine Brandung über Deck. Aber noch bläst der Wind.
Doch die nächste Flaute wird auch schon angekündigt, womit sich diejenigen wieder etwas kalibrieren können, denen dieser Seegang weniger zusagt. So sorgt unser Wettergott dafür, dass jeder hier an Bord auf seine Kosten kommt.
Der Wind nötigt uns die Bullentalje festzumachen, an den Tausendfüßlern vorbei ins Rigg für die Zeisinge zu klettern und wir lassen die Hundsfotts quietschen. Was nach einem Tierpark für einheimische Tiere klingt, sind nur einige der Fachbegriffe aus der Seemannschaft für verschiedene Teile des Schiffes.
Die Bullentalje ist der Gegenpart zur Schot am Besan. Sie dient dazu, den Besan zu fixieren, damit dieser nicht im Wind hin- und her schwankt. Die Zeisinge befinden sich an den Rahen. Mit ihnen werden die Segel dort befestigt, wenn sie eingeholt und gepackt wurden, damit diese vor dem Wind und der Sonne geschützt sind bzw. wenn im Hafen das Schiff „hafenfein“ gemacht wird.
Die Tausendfüßler sind relativ markant. Es sind die fellartig wirkenden Schutzhüllen am stehenden Gut, die die Segel vor Reibung und damit vor Schäden durch ebendiese schützen sollen, dem sogenannten schamfielen. Tja, und der Hundsfott ist der Gegenbeschlag an den Blöcken, durch die die Tampen laufen, wenn gebrasst wird (= die Rah zum Wind gestellt werden).
Es gibt übrigens noch ein Tier hier an Bord, dass aber niemand von uns auf dieser Reise zu Gesicht bekommen möchte. Das Kielschwein. So wird das „Rückrat“ des Schiffes im Rumpf bezeichnet und wenn wir es hier jetzt sehen würden, dann würde die Alex kieloben treiben.
Annette

