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TÖRN 117.17 – Position 29.08.2017

Tag 31: 29.08.2017 – Die letzten Meilen
Position: Breite: 49° 33‘ Nord, Länge: 0° 18‘ West
Wetter: 22° C, sonnig
Zurück gelegte Seemeilen: 3180

Während der Nacht wurden die Segel eingeholt. Abgesehen von der stehenden Wache werden wir nach und nach wach und hören den Motor laufen. An Deck sehen wir wieder einen blauen Himmel ohne Grün. Die ruhige See nutzen wir um die Segel wieder Hafenfein zu packen. So nähern wir uns unabwendbar unserem letzten Ziel – dem Hafen von Le Havre. Gegen Mittag kommt der Lotse an Bord und alle versammeln sich, ob mit oder ohne Aufgabe, an Deck, um die Einfahrt in den Hafen zu erleben.

Der Hafen von Le Havre verfügt über eine Schleusenanlage, womit die Tide innerhalb des Hafens ausgeglichen wird. Was uns freut, da wir in Falmouth erlebt haben, wie eine starke Tide die Gangway-Wache erschweren kann. Wir nehmen die Schleuse zur richtigen Zeit und können ohne Schleusenvorgang durchfahren.

An den uns zugeteilten Liegeplatz fahren wir unter erstaunten Blicken der Zuschauer am Quai im Rückwärtsgang. Direkt der erste Anlauf passt. Wir liegen am Kaiende und vor der „Goldene Leeuw“, dem niederländischen Topsegelschoner, der in unserer Rennklasse mit uns über den Atlantik gesegelt ist. Von dort werden wir direkt mit Hornsignalen und freudigen Rufen empfangen.

Nach dem Ankermanöver geht die Crew fast vollständig unter Deck, denn heute haben gleich zwei Mitglieder der Crew Geburtstag. Kuchen aus unserer Kombüse geht immer, weil er so lecker ist!  Doch am heutigen Abend werden wir von unserer Kombüse noch so richtig verwöhnt. Alles beeilt sich bei seinen Routineaufgaben, denn um 19 Uhr beginnt unser Törnabschiedsessen – im Volksmund auch „Kaptian´s Dinner“ genannt –, und jeder will dazu frisch geduscht und gut gekleidet erscheinen.

Da die Messe durch die eindeckende Backschaft mal eben gesperrt wird – bisher ein einmaliger Vorgang – sammeln sich alle anderen an Deck und warten auf den Einlass. Pünktlich um 19 h geht es dann auch los. Für den heutigen Anlass wurde die Messe festlich eingedeckt. Neugierig werden die Menükarten gelesen und jeder freut sich schon anhand der Beschreibungen auf das angekündigte fünfgängige Menü. Für die ersten Erstaunensrufe führt aber der Auftritt der Toppsmatrosen. Sie sind normalerweise von der Backschaft, die beim Essen eindeckt und serviert, befreit. Umso ungewohnter ist es sich von ihnen einschenken und servieren zu lassen.

Schnell vergeht der Abend bei verschiedenen Darbietungen der Wachen und einzelner Crewmitglieder, die jedem Anwesenden unvergesslich bleiben werden. Gut zu wissen, dass Menükarte und der Liedtext für die 0-24 Wache noch nachträglich per E-Mail zugesendet werden.

An dieser Stelle allen Darbietenden und dahinterstehenden Vorbereitern sowie noch mehr unserer Kombüse und ihren „Hilfskräften“ ein dickes Danke schön!!!!!

Annette